50 Jahre Intel: „Nie wieder wird die Digitalisierung so langsam sein wie heute“

Mit dem ersten marktfähigen Mikroprozessor gelang dem US-amerikanischen Unternehmen Intel Anfang der 1970er-Jahre eine jener Innovationen, die den umfassenden Erfolg der Digitalisierung in den vergangenen Jahrzehnten erst möglich gemacht haben. Diese Pioniertat steht in einer Reihe mit dem World Wide Web und der Präsentation des erstens Smartphones durch Apple im Jahr 2007. Rückblickend stellt die Erfindung des Mikroprozessors den Moment dar, in dem das Unternehmen, das am 18. Juli 2018 sein 50-jähriges Bestehen feierte, seine Bestimmung fand: Marktführer Intel und seine Mitbewerber liefern die Motoren der digitalen Transformation.

Welchen Paradigmenwechsel der Einsatz von Mikroprozessoren auslöste, zeigt sich Ende der 1970er-Jahre. IBM entschied sich, seine damals brandneuen Personal Computer mit Intelchips auszuliefern. Mit den „PCs“ breitete sich die Digitalisierung erstmals von der Welt der Unternehmen, Verwaltungen und Militärs in die Heime der Menschen aus. Das Digitale begann Teil des Alltags zu werden. Heute ist die Digitalisierung zu einer Matrixfunktion avanciert, die nach und nach alle Bereiche des Lebens durchdringt.

Das Mooresche Gesetz

Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer Gesetzmäßigkeit, die der Intel-Mitgründer Gordon E. Moore als Erster erkannt hatte. Das „Mooresche Gesetz“ besagt: Ungefähr alle eineinhalb bis zwei Jahre lässt sich die Komplexität integrierter Schaltkreise – also der Computerchips – verzweifachen. Grob vereinfacht gesagt: Alle zwei Jahre verdoppelt sich die Geschwindigkeit der Computer.

Mathematisch gesehen handelt es sich um eine exponentielle Funktion. Die „laufende Verdopplung“ führt dazu, dass die Leistungskurve der Rechner über Jahrzehnte nur ganz langsam ansteigt, dann aber steil nach oben schießt. In dieser Phase leben wir jetzt. Als logische Folge dieser exponentiellen Geschwindigkeitsexplosion setzen sich Technologien wie Sprachassistenten mit Künstlicher Intelligenz, smarte Roboter, das Internet der Dinge, die Blockchain und der 3D-Druck fast zeitgleich an den Märkten durch.

Diese exponentielle Entwicklung läuft immer weiter. Nie wieder wird die Digitalisierung so langsam sein wie heute. Daran ändert auch die Aussicht nichts, dass Moores Gesetz irgendwann an sein Ende kommen könnte, weil sich die Chips aus physikalischen Gründen nicht mehr beschleunigen lassen. Mit Quantencomputern werden die Technologiekonzerne dann längst eine neue digitale Ära eingeläutet haben.

Die größte Gestaltungsaufgabe unserer Zeit

Daraus ergibt sich eine besondere Herausforderung: Wie sollen Entscheider und Mandatsträger in Wirtschaft, in Politik und in Zivilgesellschaft mit diesem rasanten Fortschritt umgehen? Welche Risiken müssen sie bedenken, welche Chancen beim Schopfe greifen? Wie wollen wir in einer digitalisierten, vernetzten und zunehmend automatisierten Welt zusammenleben? Wieviel Autonomie, ja vielleicht sogar Macht gestehen wir den Maschinen zu? Und: Können wir die exponentielle Wucht der Digitalisierung nutzen, um die Welt zu einem besseren Ort für alle Menschen zu machen?

Es ist auch der Innovationskraft von Unternehmen wie Intel zu danken, dass die Digitalisierung die wichtigste und spannendste Gestaltungsaufgabe unserer Zeit ist.“

Bildquelle:©Peter Fuchs

By |2018-08-01T14:51:53+00:0017/07/2018|News|0 Comments
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